Mit digitalen Uhren die Mehrmaschinenbedienung vereinfachen

LENSER Filtration fertigt mit Hydraulikpressen Filterelemente für die Fest-Flüssigtrennung in Filterpressen, u.a. in der Lebensmittelindustrie oder dem Bergbau. Ab und zu kommt es vor, dass ein Filterelement fertig gepresst ist und länger als nötig in der Presse bleibt, wodurch deren Neubefüllung erst verspätet erfolgen kann. Smarte Uhren zur schnellen, einfachen Kommunikation sollen die Bedienung der Pressen vereinfachen und Durchlaufzeiten weiter verkürzen.

Herausforderung: Vollauslastung ohne Maschinenstillstand

Die Fertigstellung eines Filterelements wird aktuell auf einem Bildschirm an der Presse angezeigt. Da die Mitarbeiter in der Abteilung Presserei mehrere Maschinen parallel bedienen, kommt es vor, dass fertig gepresste Filterelemente nicht direkt in den nächsten Fertigungsschritt übergehen, weil diese länger als nötig in der Presse verbleiben. Dadurch verzögert sich die Durchlaufzeit und die Produktivität sinkt. Bei aktueller guter Auftragslage möchte Projektleiter Johannes Stegmann die Maschinenauslastung verbessern, um bald mehr Produkte in kürzerer Zeit zu fertigen.

Möglichkeiten der Digitalisierung: schnelle Informationsvermittlung über die Smartwatch

Mittels einer Potenzialanalyse des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Augsburg wurde eine Problemlösung durch den Einsatz eines digitalen Assistenzsystems erarbeitet. Smartwatches sollen die Informationsvermittlung und die Aufgabenkoordination vereinfachen bzw. beschleunigen und unnötige Liege- bzw. Stillstandzeiten vermeiden. Ob am Arbeitsplatz oder in der Halle, die Information kommt übers Handgelenk direkt zu den Produktionsmitarbeitern und kann schnell und einfach bearbeitet werden.

So funktionierts:
Die Maschinen kommunizieren mit den digitalen Armbanduhren und senden automatisch eine Benachrichtigung kurz vor Fertigstellung des jeweiligen Presszyklus. Die Mitarbeiter können dann den Auftrag annehmen, ablehnen und diesen zurück an alle Team-Mitglieder delegieren oder an eine bestimmte Person weiterleiten. Ist der Auftrag nach einem bestimmten Zeitraum nicht quittiert, erscheint auf dem Display der Smartwatches eine weitere Erinnerung für das Team. Wichtig ist dem Unternehmen hierbei, dass die Uhren den Mitarbeitern die interne Abstimmung erleichtern und somit Leerwege ersparen.

© aucobo Eine Smartwatch von Aucobo für die effektivere Koordination auf dem Hallenboden.

Vorgehen: von der ersten Idee zum Projektstart

Das Kompetenzzentrum unterstützte LENSER mit einer Anbietervorauswahl. Am Ende fiel die Wahl auf das Startup aucobo, das sich auf industrielle Anwendungen für Smartwatches spezialisiert hat. In ersten Workshops mit dem Anbieter, Führungskräften von LENSER und Mitarbeitern aus Fertigung, IT und Instandhaltung wurden die Uhren getestet, Anforderungen an die Benutzeroberfläche gesammelt und weitere Ideen entwickelt. So ist beispielweise auch der Einsatz bei unterstützenden Bereichen wie der Logistik oder der Instandhaltung denkbar.

Ausblick: Umsetzungsprojekt

Nach der Potenzialanalyse hat sich das Unternehmen erfolgreich für ein Umsetzungsprojekt beworben: Die Fachleute vom Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum begleiten die LENSER Filtration GmbH nun bei der Anbindung der Uhren an die Maschinen und bei der Einführung der Mitarbeiter in die Arbeitsprozesse.

Mehrwert der Digitalisierung:

  • Mit der Uhr kommt die Info sofort und mobil zum Mitarbeiter – das spart ihm Zeit und lange Wege.
  • Aufgaben können mit der Software einfach verteilt und überblickt werden.
  • Die schnelle Informationsvermittlung ermöglicht eine effizientere Mehrmaschinenbedienung, verkürzt Durchlaufzeiten und steigert langfristig die Produktivität des Unternehmens.

Unternehmensprofil:

Die Lenser Filtration GmbH fertigt seit 49 Jahren Filterelemente für die Fest-Flüssigtrennung in Filterpressen. Diese werden beispielsweise zum Filtern im Bergbau oder in der Getränkeindustrie benötigt. Aus ursprünglichen Holzplatten entwickelten sich Kunststofffilterelemente, welche nun durch Digitalisierung einen neuen Entwicklungsstand erreichen sollen. Gleichzeitig gilt es, Herausforderungen in der Produktion mithilfe digitaler Möglichkeiten zu meistern.

Potenzialanalyse – auch was für Sie?

Bei einer Potenzialanalyse besuchen Fachleute aus dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Ihr Unternehmen und entwickeln gemeinsam mit Ihnen individuelle Lösungsvorschläge für den ersten Schritt in die Digitalisierung. Inspirieren Sie mit Ihrer Geschichte andere Unternehmen, die ähnliche Herausforderungen meistern wollen.

Füllen Sie einfach den Fragebogen aus, ein Mitarbeiter aus dem Kompetenzzentrum meldet sich bei Ihnen!

Das Projektteam hinter einem Filterelement, das in einer Hydraulikpresse bei Lenser gefertigt wird. © Fraunhofer IGCV