B2B-E-Commerce auf der TradeWorld in Stuttgart

Mit neuen Besucher- und Ausstellerrekorden ging die LogiMAT/TradeWorld in Stuttgart zu Ende. Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Augsburg war mit einem Stand vor Ort. Das in diesem Rahmen durchgeführte Fachforum „Herausforderung B2B-E-Commerce“ griff aktuelle Entwicklungen auf und spannte einen Bogen über die wichtigsten Themenfelder des elektronischen Handels im Geschäftskundenumfeld. Experten aus Wissenschaft und Praxis berichteten dort über die Chancen und Herausforderungen des digitalen Handels im Bereich B2B und Großhandel. Am Stand informierten sich die Fachbesucher über die Themen und Angebote.

Vom 19. bis zum 21 Februar fand für alle Unternehmen, die sich mit den Themen B2B-Commerce und Industrie 4.0 beschäftigen, ein Großereignis statt: die LogiMAT in Stuttgart, in deren Rahmen wieder die Kompetenz-Plattform TradeWorld veranstaltet wurde. Die Messe ging mit einem neuen Besucherrekord zu Ende: Mehr als 61.740 Fachbesucher informierten sich an den drei Messetagen über die neuesten Trends und vernetzte Prozesse im (Online-)Handel.

Experten aus Wissenschaft und Praxis berichteten im Fachforum „Herausforderung B2B-E-Commerce“ die Chancen und Herausforderungen des digitalen Handels im Bereich B2B und Großhandel. Holger Seidenschwarz vom Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Augsburg zeigte in seinem Impulsvortrag aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen des B2B-E-Commerce auf. Hier steht besonders der Großhandel im Fokus, der durch die Digitalisierung in besonderem Maße bedroht ist. Ist er bislang als Scharnier zwischen Herstellern einerseits und dem Einzelhandel bzw. den Verbrauchern andererseits ein unerlässliches Element der Marktstruktur, läuft er Gefahr, durch den zunehmenden Direktvertrieb der Hersteller an die Kunden – der ja erst durch den E-Commerce möglich wurde – überflüssig zu werden. „Wir sehen zwei Stoßrichtungen einer Digitalisierungsstrategie im Großhandel“, so Seidenschwarz. Einerseits kann sich eine solche Strategie auf Marktplätze oder Plattformen stützen, die auch im B2B-Geschäft immer mehr an Bedeutung gewinnen. Der andere Weg besteht im Zusammenspiel von eigenem Online-Shop und dem Außendienst, der hier zunehmend nicht als „Vertriebler“, sondern als Problemlöser für den Kunden auftritt. Dadurch können insbesondere die Services und Mehrwerte des Großhandels für seine Kunden herausgestellt werden.

Die praktische Umsetzung beleuchteten anschließend zwei Experten: Matthias Henrichs, Country Manager DACH bei Oro, und Daniel Blasberg, Projektleiter CrefoPay bei der Creditreform, erläuterten anschaulich, worauf Unternehmer bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten im B2B achten müssen und welche Fallstricke lauern. Herr Henrichs ging vor allem auf die nötige Infrastruktur eines B2B-Shops ein. Hier stehen viel umfangreichere Herausforderungen im Raum als bei reinen B2C-Shops, denn die Geschäftskunden erwarten etwa eine deutlich tiefere Integration in die eigenen Systeme, aber auch sehr ausführliche Produktbeschreibungen. Das führt zu höheren Anforderungen an das verwendete Shopsystem, aber auch an die Aufbereitung der Produktdaten. Herr Blasberg ging insbesondere auf das Risikomanagement im B2B-Bereich ein: durch die weite Verbreitung der Lieferung auf Rechnung sind ausgefeilte Risikomanagementmaßnahmen wie Bonitätsprüfungen notwendig.

Die LogiMAT ist die Fachmesse für Distribution, Material- und Informationsfluss. Die TradeWorld ist die Kompetenz-Plattform für die Optimierung der Handels- und Vertriebsprozesse in E-Commerce und Omnikanal und vermittelt Know-how für den Bereich B2B und B2C. Die Aussteller zeigten unter anderem Lösungen für die Gestaltung, Steuerung und vernetzte Digitalisierung in den Bereichen Beschaffung, Software, Zahlungssysteme, Intralogistik, Fulfillment und Retouren. Die TradeWorld steht somit für die Synergien zwischen Intralogistik und Handel.